Lasagne-Garten


Der Lasagne-Garten: Nachhaltiges Gärtnern ohne Umgraben
Michael Ravensthorpe

In einem so genannten Lasagne-Garten muss der Gärtner weder umgraben noch Unkraut jäten und erhält dennoch einen nährstoffreichen, lockeren Boden.
Nach dieser Methode, die manchmal auch »Schicht-Kompostierung« genannt wird, wird zunächst in einem ausgewählten Bereich des Gartens in mehreren Schichten organisches Material abgelagert. Man wartet, bis das Material kompostiert ist, und verwendet den fruchtbaren Boden anschließend zum Anbau von Pflanzen. Diese Gärtnerei ist nicht nur praktisch und körperlich kaum anstrengend, sondern sie steht wegen ihrer Nachhaltigkeit bei den Gärtnern auch hoch im Kurs. Anstatt Bioabfälle wegzuwerfen, werden sie zur Anreicherung des Gartenbodens genutzt.

Die erste und nachfolgende Schichten legen

Beim Anlegen eines Lasagne-Gartens müssen Sie zuerst die unterste Schicht legen. Besorgen Sie sich geriffelte Pappe oder nehmen Sie mehrere Schichten Zeitungspapier und legen Sie es an der Stelle ab, wo Ihr Lasagne-Garten entstehen soll (beispielsweise in einer unkrautüberwucherten Ecke oder auf einem Rasenstück). Anschließend gut wässern. Dadurch wird die Zersetzung in Gang gesetzt, da die feuchte Schicht langsam in den Boden einsinkt, so dass darunter liegendes Gras und Unkraut erstickt wird und Regenwürmer angelockt werden, die Kanäle bohren und dadurch den Boden lockern.
Sobald die erste Schicht kompostiert ist, können Sie weitere Schichten echten Kompost zugeben. Geeignet sind Blätter, Kaffeemehl, Gemüse- und Obstabfälle, Grasschnitt, Dung, Teebeutel, Seetang, Schnipsel von Zeitungen oder Werbepost (das meiste Papier ist biologisch abbaubar), Torf und Gartenabfälle. Das unterscheidet Ihren Lasagne-Garten von einem normalen Komposthaufen. Wechseln Sie die braunen Schichten (Pappe, Zeitungsschnipsel, Herbstblätter) mit den grünen (Gras- und Gartenschnitt, Gemüseschalen) ab. Idealerweise sollten die braunen Schichten doppelt so dick sein wie die grünen, denn das Material der braunen ist normalerweise »dünner« als das der grünen Schichten und wird deshalb schneller biologisch abgebaut. Es macht aber nichts, wenn diese Regel durchbrochen wird, solange Sie Ihren Lasagne-Garten in Schichten anlegen, erhalten sie gute Ergebnisse.
Sobald Ihr Kompost eine Höhe von etwa 60 Zentimetern erreicht hat, brauchen Sie keine weiteren Schichten für den Lasagne-Garten mehr aufzutragen. Jetzt können Sie warten, bis der Komposthaufen schrumpft – was wahrscheinlich sehr viel früher als erwartet der Fall sein wird. Wenn der Komposthaufen auf eine schöne Schicht fruchtbarer Erde geschrumpft ist, können Sie mit dem Pflanzen beginnen.

Pflanzen

Wenn die erste Schicht Ihres Gartens aus Pappe bestanden hat, werden Ihre Hände (oder, wenn es Ihnen lieber ist, die Schaufel) durch die zersetzte Pappe dringen und darunter eine Schicht reichen, lockeren Bodens finden. Dort hinein sollten Sie Ihre Pflanzen pflanzen oder die Samen auslegen. Wenn Sie ein Loch in die Pappe schneiden müssen, um für Pflanzen oder Setzlinge Platz zu schaffen, ist das kein Problem.
Jetzt, wo Ihr Lasagne-Garten eingerichtet ist, können Sie ihn wie üblich pflegen, Unkraut jäten und gießen. Einige Gärtner fügen noch einige dünne Schichten Kompost hinzu (ideal sind Stroh, Grasschnitt oder Blätter), um die Umgebung für Pflanzen und Insekten für lange Zeit reich und feucht zu erhalten und ideale Bedingungen für den Anbau nährstoffreicher organischer Produkte zu schaffen.

Quelle:
http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/lebenskunst/michael-ravensthorpe/der-lasagne-garten-nachhaltiges-gaertnern-ohne-umgraben.html

Die 10 goldenen Kompostregeln

   
1 Der Kompostplatz sollte eine halbschattige Lage haben und bei jedem Wetter gut zugänglich ein.
2 Nahezu alle organischen Abfälle aus Haus und Garten sind als Material für die Kompostierung geeignet, sofern sie nicht mit Schadstoffen belastet sind.
3 Die Zerkleinerung der zu kompostierenden Materialien vor dem Aufsetzen beschleunigt die Verrottung und erleichtert die Arbeit beim Umsetzen.
4 Beim Aufsetzen des Kompostes ist auf ein ausgewogenes Verhältnis von "grünen" stickstoffhaltigen und "braunen" kohlenstoffhaltigem Material zu achten.
5 Die zur Verrottung erforderliche Luft gelangt in den Kompost, wenn die zu kompostierenden Materialien locker aufgesetzt sind.
6 Beim Aufsetzten des Kompostes ist auf eine gleichmäßige Feuchte der Materialien zu achten.
7 Als Starthilfe reichen in der Regel einige Schaufeln Gartenerde oder "alter" Kompost, um die Rotte in Gang zu bringen.
8 Damit die Kompostmaterialien durch Sonne und Wind nicht austrocknen und Nährstoffe nicht durch Regen ausgewaschen werden, ist der Kompost mit einer lockeren Abdeckung z.B. Stroh oder Laub, zu versehen.
9 Durch das Umsetzen während der Rotte werden die Materialien neu vermischt und Luft in den Kompost gebracht.
10 Nach ungefähr 6 Monaten können die feineren Bestandtteile bereits als Düngekompost verwendet werden.